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Fettsäuren

Einleitung - Neutralfette - Fettsäuren - Schmelzpunkte - Aufgaben - Omega-3 - Omega-6

Allgemeines, Definition

Betrachten wir einmal die beiden einfachsten Fettsäuren, die es gibt:

Die Strukturformeln von Buttersäure und Capronsäure

Die Buttersäure ist die einfachste Fettsäure überhaupt. Diejenigen von Ihnen, die etwas Ahnung von Chemie haben, erkennen sofort, dass es sich dabei um eine typische Carbonsäure handelt. Die einfachste Carbonsäure ist die Ameisensäure mit nur einem C-Atom, gefolgt von der Essigsäure mit zwei C-Atomen und der Propionsäure mit drei C-Atomen. Diese drei einfachen Carbonsäuren sind aber noch keine Fettsäuren. Eine Carbonsäure "verdient" die Bezeichnung "Fettsäure" erst mit mindestens vier C-Atomen. Also ist die Buttersäure die kürzeste und einfachste Fettsäure.

Man könnte nun denken, die nächst einfache Fettsäure ist die Pentansäure. Pentansäure, oft auch Valeriansäure genannt, ist eine Carbonsäure mit fünf C-Atomen. Streng genommen zählt Valeriansäure nicht zu den Fettsäuren, denn "richtige" Fettsäuren haben immer eine gerade Anzahl von C-Atomen, also 4, 6, 8, 10 und so weiter. Das liegt daran, dass die Zellen die Fettsäuren aus Acetyl-CoA-Einheiten aufbauen, und eine Acetyl-CoA-Einheit besteht immer aus zwei C-Atomen. Wenn dann aber irgendein Enzym aus einer Fettsäure mit sechs C-Atomen ein C-Atom entfernt, hat man schon eine Fettsäure mit fünf C-Atomen. Aber so etwas kommt nicht häufig vor; die meisten Fettsäuren haben eine gerade Anzahl von C-Atomen.

Die meisten in der Natur vorkommenden Fettsäuren haben 16, 18, 20 oder 22 C-Atome. Kürzere und auch längere Fettsäuren sind nicht so stark verbreitet, jedenfalls nicht in Neutralfetten. Wachse, die ja auch zu den Lipiden gehören, besitzen durchaus längere Fettsäuren. Die Geddinsäure beispielsweise mit 34 C-Atomen ist in manchen Wachsen enthalten. Wer es nicht weiß: Wachse sind Verbindungen aus langkettigen einwertigen Alkoholen mit langkettigen Fettsäuren, bestehen also aus zwei Molekül-Bausteinen und nicht aus vier Bausteinen wie die Neutralfette.

Manche Fettsäuren besitzen in ihren Molekülen C=C-Doppelbindungen. Man spricht dann von "ungesättigten Fettsäuren", im Gegensatz zu den "gesättigten Fettsäuren", die keine Doppelbindungen enthalten. Bei den ungesättigten Fettsäuren unterscheidet man noch einmal zwischen "einfach ungesättigten" und "mehrfach ungesättigten" Fettsäuren. Erstere haben genau eine C=C-Doppelbindung, letztere zwei, drei, vier oder mehr Doppelbindungen.

Vertiefung

In dem Lexikon-Artikel "Fettsäuren" erfahren Sie mehr über Fettsäuren und ihre Einteilung. Dort werden auch die Omega-3- und die Omega-6-Fettsäuren erwähnt, die für die Ernährung eine besondere Rolle spielen, sowie die Transfettsäuren, die sehr ungesund sind.

Schmelzpunkte der Fettsäuren...