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Die Tierzelle

Lichtmikroskop - Elektronenmikroskop - Bakterienzelle - Pflanzenzelle - Tierzelle - Vergleich

Struktur und Funktion

Eine Tierzelle, stark vereinfacht

Dieses Bild zeigte stark vergrößert eine typische Tierzelle

Zellmembran. Die Zellmembran ist die eigentliche Stoffbarriere der Zelle. Innerhalb der Zellmembran befindet sich das Zellplasma, die eigentliche "Lebensgrundlage" der Zelle. Ein mechanisches Hindernis ist die Zellmembran nicht, und eine Zellwand ist bei Tierzellen nicht vorhanden. Daher sind Tierzellen recht empfindlich gegen mechanische Einwirkungen.

Genau wie bei der Bakterienzelle und der Pflanzenzelle reguliert auch bei der Tierzelle die Zellmembran, welche Stoffe in die Zelle eindringen dürfen und welche Stoffe aus der Zelle heraus dürfen. Außerdem enthält die Zellmembran viele Proteine und Glycoproteine, die wichtige Aufgaben übernehmen, beispielsweise zur Erkennung chemischer Signale.

Im Lichtmikroskop ist die Zellmembran normalerweise nicht zu sehen; man kann sie sich aber "denken", denn dort, wo die äußere Grenze einer Tierzelle ist, befindet sich auch die Zellmembran.

Zellplasma. Wie bereits erwähnt, bildet das Zellplasma die eigentliche Substanz der Zelle, die "Lebensgrundlage". Im Zellplasma findet ein großer Teil der wesentlichen Prozesse statt (Stoffwechsel, Reaktion auf Reize, Übersetzen von Erbinformation etc.).

Das Zellplasma ist im Lichtmikroskop gut zu erkennen, weil es sich ständig bewegt.

Zellkern. In dem Zellkern, der durch eine doppelte Membran vom Zellplasma abgegrenzt wird, findet sich die Erbsubstanz der Tierzelle. Während sich bei Bakterien nur ein einziges DNA-Molekül im Zellplasma findet, ist die Erbinformation einer Tierzelle auf mehrere Chromosomen verteilt. Jedes Chromosom besteht aus einem langen DNA-Faden, der sich in komplizierter Weise um bestimmte Proteine wickelt. Normalerweise sieht man die einzelnen Chromosomen im Zellkern nicht, sondern nur ein "Gewimmel" von Fäden, das sogenannte Chromatin.

Der Zellkern ist im Lichtmikroskop meistens sehr gut zu erkennen, auch ohne Anfärbung. Auch die Kernkörperchen kann man oft gut sehen, hier ist allerdings eine Anfärbung ganz hilfreich. DNA-Moleküle und entspiralisierte Chromosomen kann man im LM natürlich nicht sehen.

Kernmembran. Eine doppelte Membran, die den Zellkern nach außen abgrenzt. Allerdings hat diese Membran Poren, durch die Stoffe und Informationen in den Zellkern und aus dem Zellkern heraus gelangen können, beispielsweise die mRNA. Die mRNA oder Boten-RNA stellt eine Kopie bestimmter Gene des Zellkerns dar, die zu den Ribosomen wandern, um dort in Proteine übersetzt zu werden.

Die Kernmembran ist im LM nicht zu sehen, sondern nur ahnen. Dass die Kernmembran aus zwei Schichten besteht, kann man nur im Elektronenmikroskop erkennen.

Ribosomen. Das sind die Proteinfabriken der Tierzelle. Sie verarbeiten die Informationen der DNA und stellen mit Hilfe dieser Informationen Proteine her (siehe Proteinsynthese im Genetik-Bereich).

Ribosomen sind im LM nicht zu sehen.

Mitochondrien. Man nennt die Mitochondrien auch "Kraftwerke" der Zelle, weil hier die aus dem Abbau der Glucose gewonnenen Zwischenprodukt in ATP umgewandelt werden. ATP ist die "Energiewährung" der Zelle und wird immer dann verbraucht, wenn die Zelle Energie benötigt, um zum Beispiel andere Stoffe umzuwandeln, irgendwelche Fäden zusammenzuziehen, Stoffe zu transportieren und so weiter. Mehr zum Thema Mitochondrien

Mitochondrien sind im LM zwar zu sehen, allerdings kann man die innere Struktur nur im EM erkennen.