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Siehe auch: Ernährungslehre > Kohlenhydrate

Glycogen

Alkohole - einfache Kohlenhydrate - Hexosen - Monosaccharide - Disaccharide - Polysaccharide

Stärke - Amylose - Amylopektin - Glycogen - Cellulose - weitere

Eigenschaften

Glycogen oder Glykogen ist auch als "tierische" Stärke bekannt. Es handelt sich um ein Polysaccharid, das ähnlich wie Amylopektin aufgebaut, aber stärker verzweigt ist.

Amylopektin, Aufbau des Moleküls

Alpha-glycosidische Bindungen im Glycogen-Molekül

Verzweigungen treten im Glycogen an jedem 8. bis 12. Glucose-Baustein auf (beim Amylopektin nur an jedem 20. bis 25. Glucose-Molekül). Ähnlich wie Amylopektin ist Glycogen so gut wie nicht wasserlöslich und eignet sich daher gut als Reservestoff. Ein gut wasserlöslicher "Reservestoff" würde den osmotischen Wert der Speicherzelle stark erhöhen, was zum Einströmen von Wasser und zum Platzen der Zelle führen würde. Daher sind Reservestoffe immer wasserunlöslich.

Bedeutung

Biologie

Im Biologie-Unterricht wird Glycogen eher "stiefmütterlich" behandelt, wenn beispielsweise im Einführungskurs die Kohlenhydrate besprochen werden oder wenn in der Neurobiologie oder Molekulargenetik auf die Rolle des Hormons Insulin eingegangen wird. Insulin fördert die Einlagerung von Glucose in die Zellen der Bauchspeicheldrüse, wo die Glucose in Form von Glycogen gespeichert wird. Durch diese Einlagerung verringert sich der Blutzuckerspiegel (die Glucose-Konzentration im Blut). Das ist immer der Fall, wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist, weil beispielsweise eine Kohlenhydrat-reiche Nahrung gegessen wurde.

Ernährungslehre

Das wichtigste wurde bereits unter dem Punkt Biologie gesagt. Wenn der Blutzuckerspiegel wegen einer Kohlenhydrat-reichen Nahrung über den Sollwert steigt, wird von den beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse das Peptid-Hormon Insulin freigesetzt. Dieses sorgt dafür, dass bestimmte Zellen der Leber Glycogen bilden und dabei die Konzentration der Glucose im Blut absenken. Droht umgekehrt der Blutzuckerspiegel unter den Sollwert zu sinken, so wird in den alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse das Hormon Glucagon produziert, welches die Leberzellen dazu anregt, Glycogen abzubauen und Glucose in das Blut abzugeben. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel wieder an.

Weitere Einzelheiten

Wer sich für die genauen Zusammenhänge zwischen Glycogen und den Hormonen Insulin und Glucagon interessiert (zum Beispiel weil er/sie das Fach Ernährungslehre belegt hat), kann sich meine Vertiefungsseiten zu diesem Thema anschauen.

Dieses Thema ist nicht nur für den Biologie-Unterricht der Einführungsphase (EF, Stufe 10) interessant, sondern auch für den Chemie-Unterricht der Stufe 9 und EF sowie vor allem für den Ernährungslehre-Unterricht der Stufe EF.

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