Home > Ernährungslehre > Grundlagen

Analyse eines Tagesplans

Grundlagen - Energiegehalt - Energiebedarf - Ernährungsempfehlungen

Die Analyse eines Tagesplans erfolgt am besten an einem konkreten Beispiel. Gleichzeitig sollte man aber darauf hinweisen, dass in der späteren Berufspraxis die Analyse eines einzelnen Tagesplan so gut wie nichts bringt, stattdessen sollte man sich das Ernährungsverhalten des Patienten / Kunden über einen längeren  Zeitraum, beispielsweise eine ganze Woche, anschauen.

Ein fast vollständig ausgefüllter Tagesplan

Ein fast vollständig ausgefüllter Tagesplan

In meinem Unterricht bekommen die S. immer einen fast vollständig ausgefüllten Tagesplan, so wie zum Beispiel in Abbildung 1 gezeigt, als Arbeitsblatt. Eine Nährwerttabelle wird hierfür noch nicht benötigt.

Als erstes müssen die Summen für die Energie und für die Nährstoffe sowie für die Mahlzeiten ausgerechnet und eingetragen werden. Mit Hilfe der physiologischen Brennwerte (die die S. auswendig kennen müssen) werden dann die Energiegehalte für die Proteine, Fette und Kohlenhydrate berechnet.

Wenn man diese drei Werte addiert, kann es passieren, dass ein anderer Wert dabei herauskommt als bei der Addition der einzelnen Energiewerte der Lebensmittel. Ich sage den S. dann immer, sie sollen für die Berechnung der prozentualen Anteile am Gesamtenergiegehalt immer die Summe aus dem Energiegehalt der drei Nährstoffe verwenden und diese Summe gleich 100 Prozent setzen.

Hier ein Beispiel für den vollständig ausgefüllten Tagesplan:

Vollständig ausgefüllter Tagesplan

Ein fast vollständig ausgefüllter Tagesplan

Hier könnte man sich natürlich die Frage stellen, ob es überhaupt Sinn macht, vorher die Summen der Energiegehalte der einzelnen Lebensmittel zu addieren, wenn hinterher bei der Addition der Energiegehalte der Nährstoffe ein abweichender Wert herauskommt. In unserem Beispiel kommt bei der Addition der Energiewerte der 14 Lebensmittel ein Wert von 4404 kJ heraus, während die drei Energiegehalte der Nährstoffe zusammen 4203 kJ ergeben. Man könnte die Spalte "Energie in kJ" auch einfach weglassen. Aber dann hätte man Probleme bei der Berechnung der Energiegehalte der fünf Mahlzeiten.

Im nächsten Schritt müssen die erhaltenen Werte mit den Empfehlungen der DGE verglichen werden. Die DGE empfiehlt zum Beispiel, dass die Proteine zu 10 bis 15% zum Gesamtenergiegehalt beitragen sollten. In diesem Tagesplan-Beispiel machen die Proteine aber einen Anteil von 30% aus, das ist entscheiden zu viel - für eine normale Ernährung. Bei gewissen Diäten mögen 30% Protein durchaus berechtigt sein, wenn man zum Beispiel "low carb" mit "low fat" kombiniert, bleibt einem ja gar nichts anderes übrig, als den Proteinanteil zu erhöhen.

Der Wert für die Fette liegt bei unserem Beispiel im Rahmen, der Wert für die Kohlenhydrate ist deutlich zu niedrig, was an dem hohen Proteinanteil liegt.

Die Verteilung auf die fünf Mahlzeiten ist nicht optimal, das Frühstück könnte "üppiger" sein, während das Mittagessen schon zu viel ist (43% statt der empfohlenen 30%).

Dann könnte der Tagesplan daraufhin überprüft werden, ob die 5 am Tag - Regel eingehalten wird. Bei diesem Plan scheint das tatsächlich der Fall zu sein. Getränke sind in dem Tagesplan nicht mit aufgeführt; an sich müsste der Plan auch daraufhin überprüft werden, ob wenigsten 1,5 Liter, besser aber 2 bis 2,5 Liter Wasser am Tag getrunken wurden.

Die Methode "Analyse eines Tagesplans" können Sie übrigens auch als Arbeitsblatt herunterladen.