Home > Chemie > Sek. II > Inhaltsfeld 2 > Säurestärke

Starke Säuren und schwache Basen

Versuche - Deutung - starke Säuren, schwache Basen - pKS-Wert - Einflussfaktoren

Starke Säuren bilden schwache Basen

Wenn man sagt "Salzsäure ist eine starke Säure", so stimmt das nicht ganz. Korrekt müsste es heißen: "Chlorwasserstoff ist eine starke Säure". Salzsäure ist ja nur die saure Lösung von Chlorwasserstoff in Wasser.

Wenn HCl-Moleküle in Wasser dissoziieren, bilden sich Oxonium-Ionen und Chlorid-Ionen:

$HCl + H_{2}O \rightleftharpoons H_{3}O^{+} + Cl^{-}$

Das Gleichgewicht dieser Protolyse liegt extrem weit rechts, im Grund kann man sagen, dass es eigentlich gar keine Gleichgewichtsreaktion mehr ist, denn die HCl-Moleküle dissoziieren vollständig, zu 100%.

Daraus folgt jetzt, dass die Neigung der Chlorid-Ionen, ein Proton aufzunehmen, gleich Null ist. Damit sind die Chlorid-Ionen extrem schwache Basen. Die Basenstärke ist ja definiert durch die Neigung eines Teilchens, Protonen aufzunehmen. Und Chlorid-Ionen zeigen so gut wie keine Neigung, ein Proton aufzunehmen.

Auch die Säurereste anderer starker Säuren wie Schwefelsäure (Sulfat) oder Salpetersäure (Nitrat) zeigen nur eine sehr geringe Neigung, sich wieder mit Protonen zu vereinigen.

Die konjugierten Basen starker Säuren sind schwache Basen.

Schwache Säuren bilden starke Basen

Eigentlich ist das logisch. Nehmen wir als Beispiel wieder mal die mittelstarke Essigsäure. Wenn man Essigsäure in Wasser löst, dissoziert ungefähr 1% der Essigsäure-Moleküle. Das Gleichgewicht der Protolyse

$HAc + H_{2}O \rightleftharpoons H_{3}O^{+} + Ac^{-}$

liegt also zu ca. 99% auf der linken Seite. Das heißt doch nicht anderes, als das Acetat-Ionen recht "gern" wieder ein Proton aufnehmen. Acetat-Ionen und die Säurerest-Ionen anderer schwacher Säuren sind also starke Basen, da sie leicht wieder Protonen aufnehmen können.

Die konjugierten Basen schwacher Säuren sind starke Basen.