Helmichs Biologie-Lexikon

Statocysten

Statocysten sind mechanische Sinnesorgane von einfachen wirbellosen Tieren (zum Beispiel Quallen), die zur Wahrnehmung der Schwerkraft dienen. Dies ermöglicht den Tieren, das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten und so ihre Normallage einzuhalten. Dies ist vor allem bei schwimmenden oder fliegenden Wirbellosen wichtig.

Ein einfacher Statocysten-Typ besteht aus einer Reihe kugelförmig angeordneter Mechanorezeptoren, die in ihrer Mitte einen mit Sinneshaaren ausgestatteten Hohlraum bilden. In diesem Hohlraum befindet sich eine Flüssigkeit mit ein paar kleinen Statolithen.

siehe folgenden Text

Ein einfacher Statocyst

Diese Statolithen sind meistens Sandkörner oder Kalkpartikel. Wegen der Schwerkraft liegen die Statolithen stets auf den Sinneszellen, die sich gerade "unten" befinden. Die Sinneshaare dieser Mechanorezeptoren werden dadurch ausgelenkt und senden Aktionspotenziale zum ZNS. Die anderen Mechanorezeptoren, die keinen Druck durch die Statolithen verspüren, senden keine Informationen zum ZNS. Auf diese Weise kann das Tier feststellen, wo oben und unten ist und sich entsprechend orientiern.

Ersetzt man die Statolithen durch Eisenspäne, dann kann man man mit Hilfe eines Magneten Verwirrung bei den Tieren stiften. Die Eisenspäne werden nämlich durch den Magneten nach oben gezogen und reizen dann die Mechanorezeptoren im oberen Bereich des Statocysten. Die Tiere legen sich dann auf den Rücken oder schwimmen sogar in Rückenlage [1].

Quellen:

  1. Urry, Cain, Wassermann, Minorsky, Reece, Campbell Biologie, Hallbergmoos 2019, 11.Auflage