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Analogien

Analogien entstehen, wenn sich Lebewesen mit unterschiedlicher Abstammung an den gleichen Lebensraum anpassen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Grabbeine des Maulwurfs (Säugetier) und der Maulwurfsgrille (Insekt). Obwohl der innere Bau völlig uterschiedlich ist, ähneln sich die Grabbeine stark: sie sind stark verkürzt und verdickt und enden in mächtigen Krallen. Auch werden sie auf die gleiche paddelnde Art bewegt. Gleiche Umweltbedingungen führten auch zu einer ähnlichen Gestalt bei Haien, Delfinen, Pinguinen und Ichthyosauriern. Auch Mauersegler und Schwalben sind nicht näher verwandt, haben aber einen ähnlichen Körperbau und ein ähnliches Jagdverhalten.

Darwins Erklärung für solche Analogien: In einem bestimmten Lebensraum mussten sich Organismen unterschiedlicher Herkunft an die gleichen Lebensbedingungen (heute würde man sagen: an die gleichen ökologischen Nischen) anpassen. Analogien sind somit Anpassungsähnlichkeiten, die auf fast gleichen Selektionsfaktoren beruhen.

Man könnte auch kurz formulieren: Analolgien beschreiben das Ähnlichwerden von ursprünglich Unähnlichem. Analogien sind das Resultat von gleichen Problemlösungsstrategien: Gleiche Probleme erfordern ähnliche Lösungen. Wenn man im lockeren Boden nach Würmern jagen will, benötigt man Grabbeine und einen guten Riech- und Tastsinn, während die Augen nicht so wichtig sind. So haben sich aus völlig verschiedenen Vorfahren Maulwurf (echtes Säugetier) und Beutelmull (Beuteltier) entwickelt.