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Gentechnik

Geschichtlicher Überblick

1966: Entschlüsselung des genetischen Codes
1970: Entdeckung der Restriktionsenzyme in Bakterien.
1971: Manipulation eines Viren-Genoms mit Restriktionsenzymen.
1973: Erstes gentechnisch verändertes Bakterium - Geburt der "Gentechnik"
1976: Gründung von "Genentech" - die erste Genfirma
1978: Insulin-Gen der Ratte wird in Bakterien eingebaut.
1980: Das menschliche Insulin-Gen wird in Bakterien eingebaut.
1982: Erste kommerzielle Synthese von gentechnischem Humaninsulin.
1983: Die Polymerase-Kettenreaktion wird entdeckt.
1983: Das Genom des AIDS-Virus wird vollständig entschlüsselt.
1985: Die erste gentechnisch veränderte Pflanze wird patentiert.
1985: Der erste genetische Fingerabdruck wird erstellt.
1988: Das erste Patent für ein gentechnisch verändertes Säugetier.
1990: Beginn des Humangenomprojekts
1991: Erste Gentherapie am Menschen.
1994: Das erste gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ist eine Tomate.
1997: Das erste Klonschaf, "Dolly", wird geboren.
1998: Das Genom des ersten Tieres - ein Fadenwurm - wird entschlüsselt.
2000: Das Genom der Fruchtfliege Drosophila wird vollständig entschlüsselt.
2000: Das Genom des Menschen ist am 26. Juni 2000 vollständig entschlüsselt.
2003: Das menschliche Genom ist vollständig entschlüsselt
2004: Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel in der EU
2010: Die EU-Kommission lässt die Gentechnik-Kartoffel Amflora zum Anbau zu.
2013: Anbau und Vertrieb von Amflora wird gerichtlich verboten.
2014: In Brasilien werden erstmals gentechnisch veränderte Moskitos freigesetzt.

Gebiete der Gentechnik

Im Allgemeinen teilt man die Gentechnik in die drei klassischen Gebiete "grüne Gentechnik" (Landwirtschaft), "rote Gentechnik" (Medizin) und "weiße Gentechnik" (Biotechnologie) ein.

Grüne Gentechnik

Die "grüne Gentechnik" oder "Agrogentechnik" (Wikipedia) ist die Gentechnik der Landwirtschaft und
Lebensmittelindustrie.

  • Kulturpflanzen werden gentechnisch verändert, so dass sie resistent sind gegen: Schädlinge, Insektizide, Frost, Hitze oder Dürre.
  • Die Grüne Gentechnik ist der umstrittenste Bereich der Gentechnik.
  • Im Jahre 2009 waren 78% der Deutschen gegen gentechnisch veränderte
    Lebensmittel.
Rote Gentechnik

Die "rote Gentechnik" oder "rote Biotechnologie" (Wikipedia) ist die Gentechnik der Medizin.

  • Diagnoseverfahren: Krankheiten können frühzeitig erkannt werden.
  • Gentherapie: Erbkrankheiten können durch eingeschleuste gesunde Gene geheilt werden.
  • Regenerationsmedizin: Ganze Organe sollen mit Hilfe gentechnischer Methoden gezüchtet werden.
  • Medikamente: Arzneimittel wie Insulin werden mit gentechnischen Methoden hergestellt.
Weiße Gentechnik

Die "weiße Gentechnik" oder "industrielle Biotechnologie" (Wikipedia) ist die Gentechnik der Industrie.

  • Ersatzstoffe für fossile Energieträger: Aus Biomasse werden Bioethanol, Biogas und andere Ersatzstoffe gewonnen.
  • Antibiotika: Mit Hilfe gentechnischer Methoden werden Antibiotika wie Cephalosporin aus Mikroorganismen gewonnen.
  • Nahrungsmittelzusätze: Vitamine, Aminosäuren etc. werden heute in großen Bioreaktoren hergestellt.
  • Enzyme: Viele Enzyme, zum Beispiel für Waschmittel, werden heute gentechnisch hergestellt.
  • Viele weitere Anwendungen in der Textilindustrie, in der Herstellung von Kunststoffen und so weiter sind heute möglich.

In den letzten Jahren  haben sich neben den drei klassischen Gentechnik-Zweigen "grün", "rot" und "weiß" auch eine "graue Gentechnik" und eine "blaue Gentechnik" etabliert.

Graue Gentechnik

Die "graue Gentechnik" kann auch als "Umweltbiotechnologie" (Wikipedia) charakterisiert werden. Dieser Zweig der Gentechnik befasst sich mit

  • Verfahren zur Aufbereitung von Trinkwasser
  • Reinigung von Abwasser
  • Behandlung von Abfällen
  • Sanierung kontaminierter Böden
  • Abluft- und Abgasreinigung
Blaue Gentechnik

Laut Wikipedia gibt es inzwischen auch eine "blaue Gentechnik", die sich mit Lebewesen im Meer, vor allem Meeresbakterien beschäftigt. Viele Meeresbakterien leben unter extremen Umweltbedingungen, zum Beispiel in heißen Quellen, und produzieren daher interessante Enzyme und andere Wirkstoffe, die für die Industrie oder auch die Medizin interessant sein könnten.