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Saccharose

Alkohole - einfache Kohlenhydrate - Hexosen - Monosaccharide - Disaccharide - Polysaccharide

Saccharose - Maltose - Lactose - andere

Eigenschaften

Feste Saccharose (Haushaltszucker) ist ein süß schmeckendes weißes Pulver mit einer Dichte von 1,57 g/cm3 und einem Schmelzpunkt von 185 ºC. Saccharose ist sehr gut wasserlöslich; bei 20 ºC lösen sich ca. 1970 Gramm Saccharose in einem Liter Wasser.

Ich kann mich noch gut an eine meiner ersten Chemiestunden erinnern, die ich vor über 25 Jahren als junger Lehrer in einer 7. Klasse abgehalten habe. Ich wollte den Schülern zeigen, dass sich in heißem Wasser mehr Stoffe lösen als in kaltem Wasser. Nun hatte ich gerade ein Gefäß mit viel Zucker zur Hand und gab einen Löffel Zucker nach dem anderen in das heiße Wasser. Der Bodensatz löste sich immer wieder auf. Nach dem zehnten oder elften Esslöffel gab ich den Versuch entnervt auf, es blieb einfach kein Bodensatz zurück, das Wasser schien den Zucker stets zu "verschlucken". Damals wusste ich noch nicht, dass Saccharose sich extrem gut bereits in kaltem Wasser löst..

Wasserlöslichkeit von Saccharose in Abhängigkeit von der Temperatur

Wasserlöslichkeit von Saccharose in Abhängigkeit von der Temperatur

Die sehr gute Wasserlöslichkeit der Saccharose erklärt sich durch die vielen OH-Gruppen, die im Molekül vorkommen. Schauen Sie selbst:

Saccharose in der Sesselform

Saccharose-Molekül in der Sesselform

Jede dieser acht OH-Gruppen kann mit Wasser-Molekülen Wasserstoffbrücken-Bindungen eingehen, und das erklärt die hohe Wasserlöslichkeit der Saccharose (und anderer Zucker).

Warum Saccharose allerdings so viel besser wasserlöslich ist als beispielsweise Glucose kann man allein mit den OH-Gruppen nicht erklären.

Bedeutung

Ernährungslehre

Saccharose ist für die menschliche Ernährung sicherlich der wichtigste Zucker, handelt es sich doch um den Haushaltszucker, den "Industriezucker" oder "Rübenzucker". Auf die enorme Bedeutung des Zuckers Saccharose für die menschliche Ernährung kann aus Platzgründen an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden.

Biologie

Für das Fach Biologie ist der Zucker Saccharose insofern interessant, als er die Transportform der Glucose darstellt. Glucose ist ja das Primärprodukt der pflanzlichen Photosynthese. Allerdings ist Glucose eine Aldohexose, hat also eine Aldehydgruppe, die relativ leicht oxidiert werden kann. Saccharose hat keine solche reaktive Gruppe, ist daher chemisch stabiler als Glucose und außerdem wesentich besser wasserlöslich. Daher wandelt die grüne Pflanzenzelle nach erfolgter Dunkelreaktion einen Teil der Glucose in Fructose um und "baut" dann aus je einem Glucose- und einem Fructose-Molekül ein Molekül Saccharose (siehe Bild unten). Die Saccharose wird dann in den Leitgeweben der Pflanze zu den Speicherorganen transportiert oder auch direkt zu den Zellen, wo sie gebraucht wird. In den Zielzellen angekommen, wird die Saccharose wieder in Glucose und Fructose gespalten, die Fructose wird in Glucose überführt und dann in der Glycolyse verwertet.

Chemie

Ein Saccharose-Molekül entsteht durch Kondensation aus einem Glucose- und einem Fructose-Molekül

Ein Saccharose-Molekül entsteht durch Kondensation aus einem Glucose- und einem Fructose-Molekül

Weitere Einzelheiten

Ich will hier der Wikipedia oder anderen großen Webseiten keine Konkurrenz machen, daher spare ich mir hier weitere Einzelheiten zur Saccharose, die auf den anderen Seiten viel ausführlicher dargestellt werden (siehe Links rechts oben).

 

Dieses Thema ist nicht nur für den Biologie-Unterricht der Einführungsphase (EF, Stufe 10) interessant, sondern auch für den Chemie-Unterricht der Stufe 9 und EF sowie vor allem für den Ernährungslehre-Unterricht der Stufe EF.

Externe Links: