Physiologische Potenz
Der Bereich eines Umweltfaktors, in dem eine Art ohne Konkurrenz durch andere Arten dauerhaft leben und sich fortpflanzen kann. Sie wird unter weitgehend idealisierten bzw. experimentellen Bedingungen ermittelt.
Ökologische Potenz
Der Bereich eines Umweltfaktors, in dem eine Art unter natürlichen Bedingungen und unter dem Einfluss von Konkurrenz dauerhaft leben und sich fortpflanzen kann. Die ökologische Potenz ist daher meist kleiner als die physiologische Potenz.
Beispiel
Die Waldkiefer besitzt gegenüber der Bodenfeuchtigkeit eine große physiologische Potenz. Sie kann auf trocknen, mittelfeuchten und auch feuchten Standorten wachsen. Kommt die Waldkiefer aber zusammen mit konkurrenzstärkeren Bäumen wie der Rotbuche vor, wird sie von diesen auf trockene oder feuchte Standorte verdrängt, auf denen andere Bäume nicht so gut leben können.
Physiologische und ökologische Potenz am Beispiel Waldkiefer und Rotbuche
Autor: Ulrich Helmich 2026, Lizenz: Public Domain
Dieses Bild zeigt links oben die physiologische Potenz der Waldkiefer hinsichtlich der Bodenfeuchtigkeit. Unten links sieht man die physiologische Potenz der Rotbuche. Wie man leicht sieht, hat die Waldkiefer eine größere bzw. breite ökologische Potenz als die Rotbuche, was die Feuchtigkeit des Bodens angeht.
Rechts sehen wie die Situation unter Konkurrenzbedingungen. Die Rotbuche ist konkurrenzstärker, ihre ökologische Potenz stimmt weitgehend mit ihrer physiologischen überein, lediglich an den Rändern wird sie etwas von der Waldkiefer zurückgedrängt.
Die Waldkiefer dagegen wird von der Rotbuche in nicht so optimale Bereiche verdrängt, also auf trockene Böden und auch auf sehr feuchte Böden. Auf diesen Böden kann die Rotbuche nicht existieren, daher kann die Waldkiefer dort ungestört gedeihen.