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Mündliches Abitur Biologie

Wissenswertes zum Ablauf der mündlichen Prüfung

Netzwerk Abiturprüfung

Dies ist ein (nicht unbedingt vollständiger) Überblick über die vielfältigen Themen der Oberstufen-Biologie und wie diese Themen möglicherweise zusammenhängen. Für mich persönlich ist dieses "Netzwerk" immer eine Art "Fahrplan" für den zweiten Teil der mündlichen Abiturprüfung.

Achtung: Die folgenden Ausführungen gelten nur für mündliche Prüfungen, bei denen ich selbst prüfe. Die anderen Biologie-Kollegen und -Kolleginnen unserer Schule gehen eventuell anders vor.

Wenn im ersten Prüfungsteil beispielsweise ein Thema aus der Neurobiologie wie "Synapsen" oder "Riechsinn" oder "Aktionspotenzial" behandelt wurde, dann kann ich mich mit Hilfe dieses Fahrplans durch den zweiten Prüfungsteil "durcharbeiten". Denn laut Prüfungsordnung dürfen keine zusammenhanglosen Einzelfragen gestellt werden, sondern die eine Frage muss sich aus der anderen ergeben, es soll ein richtiges Gespräch stattfinden und kein Frage-Antwort-Spiel. Ausgehend von einem Neurobiologie-Thema im ersten Prüfungsteil könnte ich dann zum Beispiel mit Hormonen, die ja ähnlich wie Neurotransmitter "primäre Botenstoffe" sind, zum Thema Genregulation bei Eukaryoten überleiten und den Kandidaten erst mal ein bakterielles Operon an die Tafel zeichnen lassen, um das Jacob-Monod-Modell der Genregulation bei Prokaryoten zu erläutern. Von da aus könnte man zur Genregulation bei Eukaryoten überleiten und zur Aktivierung von Genen durch Hormone. Wenn man dann schon mal bei der Genetik ist, könnte man als Nächstes vielleicht über Mutationen sprechen und von da zur Evolutionsbiologie kommen; Thema Variabilität als einer der Motoren der Evolution. Dies ist nur einer von vielen Wegen, die Sie sich im Grunde auch selber herleiten können, wenn Sie dieses Netzwerk näher betrachten.

Bei einem Genetik-Thema im ersten Prüfungsteil könnte man zum Beispiel über Mutationen direkt zur Evolutionsbiologie überleiten, dabei zunächst über Darwin und Lamarck sprechen, dann zur Artbildung übergehen, die verschiedenen Selektionstypen vergleichen und wäre dann schon fast bei der Ökologie.

Bei einem Ökologie-Thema im ersten Prüfungsteil könnte man über Toleranzkurven oder Ökologischer Nische direkt zur Evolutionsbiologie überleiten und dann, wenn noch Zeit ist, zur Genetik, von da aus wiederum über Hormone zur Neurobiologie.

Aber meistens schafft man nur zwei Halbjahresthemen im zweiten Prüfungsteil. Laut den Prüfungsrichtlinien reicht es sogar, wenn man in der gesamten Prüfung zwei Halbjahresthemen abdeckt; theoretisch könnte ich also im zweiten Prüfungsteil nur ein großes Thema prüfen. Aber das ist mir ehrlich gesagt zu langweilig, meistens frage ich zwei Themen ab, also zum Beispiel Genetik und Evolutionsbiologie/Ökologie oder Neurobiologie und Genetik; das hängt davon ab, was im ersten Teil der Prüfung thematisiert wurde. Im zweiten Teil muss ja ein Thema aus einem anderen Halbjahr gewählt werden.

Ein sehr schönes und informatives Video zum Thema "Mündliche Abiturprüfung - Biologie" finden Sie auf YouTube. Sehr empfehlenswert. Hier wird die Evolutionstheorie als Grundlage der gesamten Biologie herausgestellt.

Typische Fragenstellungen (und vor allem die sogenannten Operatoren) sind in dem YouTube-Video "Bio-Abi - Typische Fragestellungen im Biologie-Abitur" super erklärt. Auch sehr empfehlenswert!

Ablauf der Prüfung

Phase 1: Aufgabenstellung

Sie werden vom Prüfer abgeholt und kommen in den Prüfungsraum. Dort liegt die Aufgabe für den ersten Prüfungsteil ausgedruckt für Sie bereit. Sie setzen sich kurz hin und schauen sich das Material und die Aufgabenstellung an. Wenn Sie dann irgendwelche Sachfragen haben, zum Beispiel einen Fachbegriff nicht verstehen oder die Aufgabenstellung unklar ist, fragen Sie den Prüfer, die Probleme werden dann kurz geklärt. Dieser Teil dauert nur ein paar Minuten, dann werden Sie vom Prüfer und einem zweiten Lehrer in den Vorbereitungsraum geleitet.

Phase 2: Vorbereitung

Im Vorbereitungsraum (an unserer Schule der Großgruppenraum) haben Sie eine halbe Stunde Zeit, die gestellten Aufgaben zu lösen und einen kleinen mündlichen Vortrag vorzubereiten. Oft erhalten Sie dafür ein oder zwei Folien und Folienstifte, so dass Sie während Ihres Vortrages nicht alles an die Tafel zeichnen müssen, was Sie vorbereitet haben.

Phase 3: Ihr Vortrag

Nach ca. 30 Minuten werden Sie abgeholt und in den Prüfungsraum geleitet. Dort stellen Sie sich an den Overheadprojektor oder an die Tafel und beginnen mit ihrem vorbereiteten Vortrag. In der Regel lassen wir Sie dann reden ohne Sie zu unterbrechen. Dieser Vortrag sollte ca. 10 Minuten dauern, maximal 15 Minuten. Danach kann es sein, dass der Prüfer noch ein oder zwei Fragen hat, um ein paar Sachverhalte zu klären. Dann wird zum zweiten Prüfungsteil übergeleitet. Diese Überleitung sollte aber nicht abrupt sein, sondern sinnvoll, harmonisch. Dazu dient mir zum Beispiel der obige Fahrplan.

Phase 4: Das Prüfungsgespräch

Der zweite Prüfungsteil ist dann eher ein Unterrichtsgespräch als ein Frage-Antwort-Spiel. Wir versuchen zu ergründen, was Sie können, und nicht, was Sie nicht können. Der zweite Teil kann nach frühestens 10 Minuten, nach höchstens 15 Minuten beendet werden. Sie werden dann verabschiedet und können erst mal einen Kaffee trinken oder in die Eisdiele gehen.

Phase 5: Notenmitteilung

Die Note für die Prüfung wird ihnen dann Mittags oder am späten Nachmittag von Stufenleiter mitgeteilt; wir dürfen Ihnen die Note leider nicht mitteilen, weil diese ja direkt nach der Prüfung auch noch nicht feststeht. Es folgt eine mehr oder weniger lange Besprechung der Prüfungskommission, in der dann die Note festgelegt wird.